Grüß Gott und herzlich willkommen

bei der Evangelischen Kirchengemeinde Herbrechtingen!

 

Wir wünschen allen Hoffnung und Zuversicht

und ein gesegnetes neues Jahr.

Predigten

von Pfarrer Rau zum Lesen: Glaube unverbraucht

Die Kirche ist geöffnet!

 

In dieser unsicheren Zeit kann es gut tun, sich einfach in die Kirche zu setzen, zur Ruhe zu kommen, zu beten.

Der Kirchenraum wirkt schon für sich. So ruhig ist es kaum irgendwo sonst. Wer in der Bank sitzt ahnt etwas von der Weite, die bei Gott ist - "Du stellst meine Füße auf weiten Raum."

Sie können auch nachspüren, wie alt diese Kirche schon ist - in den ältesten Teilen 1200 Jahre alt. Für unsere menschliche Lebensspanne ist das ewig. So viele Katastrophen, Kriege, Nöte hat diese Kirche gesehen und überstanden. Und die Menschen haben durch die Jahrhunderte in dieser Kirche Kraft geschöpft.
Kraft, die ihre Wurzel jenseits der Katastrophen dieser Welt hat.

 

Die Kirche ist jeden Tag zwischen 10.00 Uhr und 19.00 Uhr geöffnet.

Glocken laden um 19 Uhr ein zum Gebet
 

Jeden Abend um 19:00 Uhr von Montag bis Freitag treffen sich alle, die den Tag abschließen und das Gelungene und ihre Sorgen vor Gott bringen wollen, zu einem liturgischen Gebet, das etwa 20 Minuten dauert.

 

Aktuelle Informationen - Stand 18.01.2021

 

Gemeindeveranstaltungen abgesagt 

Aufgrund der aktuellen Kontaktbeschränkungen sind alle Veranstaltungen der Evangelischen Kirchengemeinde Herbrechtingen bis 31. Januar 2021 abgesagt. Dies betrifft den Konfirmandenunterricht, die Krabbelgruppe, Jungschar, Frauenkreis, Frauentreff Mittendrin, Walk and Talk und den Seniorenkreis.

 

Gottesdienste

Gottesdienste und Kinderkirche dürfen wir unter Einhaltung von Hygienevorschriften feiern.

Darüber freuen wir uns sehr und laden herzlich ein. Bitte vergessen Sie Ihre Maske nicht. Wenn Sie ein Attest zur Maskenbefreiung haben, sind Sie auch ohne Maske im Gottesdienst willkommen.

Trauerfeiern in der Kirche können abgehalten werden. 

 

Geburtstagsbesuche

Vorübergehend werden Geburtstagsjubilare nicht vom Besuchsdienst bzw. von den Pfarrern besucht. Wenn Sie einen seelsorgerlichen Besuch wünschen, rufen Sie bitte im Pfarramt I an – Telefon 07324 919534.

 

Aktuelle Informationen

erfahren Sie im Pfarramt I – Telefon 07324 919534.

Die Weihnachtsbotschaft       

               

„Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk“ (Lukas 1, 68). An Weihnachten feiern wir, dass Gott seine Menschen besucht hat – im Kind in der Krippe. Und die Engel singen: „Frieden auf Erden“ und die Menschen „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Doch Weihnachten wird seit Jahrhunderten gefeiert. Hat sich etwas verändert? Haben wir Frieden auf Erden?  Nein, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Ich glaube, das ist einer der Gründe, warum so viele dem christlichen Glauben den Rücken kehren: Weil sich sogar die Weihnachtsbotschaft anhört wie eine leere Versprechung.

Aber mir wird merkwürdigerweise trotzdem warm ums Herz, wenn ich höre: „Gott hat besucht und erlöst sein Volk“.  Ich kann mir nicht helfen – dieser Satz rührt etwas in mir an, da gibt es einen Wiederhall – das habe ich selbst erlebt.

Trotz dem Chaos um uns herum? Ja. Mitten im Chaos. Sie wissen, mir macht weniger das Virus Sorgen als die Reaktion der Politik darauf. Und ich muss sagen, leider sind die meisten meiner Befürchtungen, die im Frühjahr noch Befürchtungen waren, inzwischen wahr geworden. Doch seltsamerweise hat mich das nicht depressiv und mutlos gemacht. Denn in dem äußeren Rahmen, der in den letzten Wochen immer enger geworden ist, ist Weite und Freiheit entstanden. Ja, sogar Frieden. Ich weiß nicht, ob ich das wirklich beschreiben und vermitteln kann. Es ist eher ein Gefühl als etwas objektives.

Vieles, worauf ich mich gefreut habe, ist abgesagt worden. Mir fehlen vor allem die Feste – Gemeindefest, Kinderfest, Stadtfest, Weihnachtsmarkt – die zwanglosen Begegnungen und kurzen Gespräche dort, wo man sich als Gemeinschaft erlebt, die miteinander im selben Ort wohnt. Doch ich habe bei anderen Gelegenheiten Leute kennengelernt, die ich ohne die Corona- Umstände nie getroffen hätte.

Oder weil ich ja die gewaltigen Veränderungen Tag für Tag irgendwie verarbeiten musste, gab es jeden Tag lange Gespräche mit meiner Frau über die Corona-Herausforderungen. Dadurch hat sich für uns selbst, für unser Leben, unseren Glauben ganz vieles sortiert und geklärt. 

Vor allem merke ich: meine Angst davor, dass plötzlich etwas ganz Schlimmes kommen könnte, ist in den vergangenen Monaten regelrecht zusammengeschrumpft. Nicht weil ich glaube, dass das nächste Jahr harmlos wird. Sondern weil ich erlebt habe, dass es mitten im Chaos Frieden gibt.

Ich kann mir vorstellen, dass es vielen von Ihnen ähnlich geht. Natürlich, jeder ist in einer anderen Situation. Wenn mir die Gespräche mit meiner Frau gut tun – das hat jemand, der allein lebt, so nicht. Auch wer um seinen Lebensunterhalt bangen muss, ist anders dran als ich. Aber ich bin sicher, dass viele so etwas erzählen können: wie in diesen schwierigen Monaten auch Gutes aufgegangen ist, wie eine Knospe.

Ich denke, das hat einen bestimmten Grund. Schon im Alten Testament gibt es den bemerkenswerten Satz: „Ihr gedachtet es böse zu machen, aber Gott hat es gut gemacht.“  Die Bibel ist geradezu gesättigt mit der Erfahrung, dass Menschen Böses anrichten – ob mit Absicht, ob aus Dummheit, aus Gleichgültigkeit – die Folgen sind immer schlimm. Und je mehr Einfluss Menschen haben, um so weitreichender sind die Folgen. Doch für Gott ist es anscheinend ziemlich egal, ob die Menschen böse oder gute Absichten haben. Er macht auch aus bösen Absichten Gutes.  

„Gott hat besucht und erlöst sein Volk!“ Das war schon. Das war immer wieder. Obwohl sich an den Verhältnissen durch die Jahrhunderte nicht viel geändert hat. Doch wenn die Erlösung gar nicht eine bessere Zukunft bedeutet? Wenn Gottes Erlösung quer zu unseren Erwartungen und Anstrengungen kommt? Gott ist ganz anders. Deshalb kommt seine Erlösung auch von anderswo her – von oben, könnte man sagen. Und sie breitet sich innen in uns aus. Mehr ein Gefühl – Freiheit, Liebe, Frieden, Mut. Doch das Gefühl schafft etwas Reales: Menschen vertrauen einander, verlassen sich aufeinander und lassen sich nicht mehr trennen.

Da beginnt etwas aufzugehen. Ich denke, das ist die Hoffnung von Weihnachten,

meint Ihr Pfarrer Michael Rau